Selbstregulierung: So funktioniert die KDS-Sperrliste

Bei der Sperrliste des Vereins Konsumentendienst Schweiz («KDS-Sperrliste») handelt es sich um eine selbstregulatorische Initiative für die nationale Werbebranche nach dem Vorbild der bekannten Robinsonlisten. Im Gegensatz zu den Robinsonlisten jedoch besteht das Ziel der KDS-Sperrliste nicht nur darin, Werbung allgemein zu unterbinden, sondern einen individuellen Werbefilter zu installieren, mit dem jeder einzelne Eintragsinhaber (von seinen persönlichen Interessen abhängig) festlegen kann, welche Werbung auf welche Weise diesen künftig weiterhin erreichen soll. Schliesslich ist nicht einfach jede Werbung für jedermann gleich unerwünscht.

Die KDS-Sperrliste wurde 2014 vom Schweizer IT-Startup Datacom gegründet und 2016 vom Verein Konsumentendienst Schweiz übernommen. Aktuell (2017) umfasst die KDS-Sperrliste knapp über 30’000 Einträge von Konsumentinnen und Konsumenten aus der Schweiz. Verwaltet wird die KDS-Sperrliste in Partnerschaft mit der Getstone Informatik GmbH, einer etablierten Schweizer Adressagentur, die auch für die Bekanntmachung der KDS-Sperrliste in der Werbebranche und bei seriösen Adressverlagen besorgt ist.

Die KDS-Sperrliste ist eine Robinsonliste

Funktionieren tut die KDS-Sperrliste grundsätzlich wie eine gewöhnliche Robinsonliste. Laut dem Online-Lexikon «Wikipedia» handelt es sich bei einer Robinsonliste um eine «Schutzliste mit den Kontaktdaten von Personen, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten möchten (…) Diese Schutzlisten dienen dem Konsumentenschutz vor unerwünschter Werbung via Briefpost, E-Mail, Mobiltelefon, Festnetztelefon und Telefax.»

Sinngemäss verfolgt auch die KDS-Sperrliste das Ziel, ihren Eintragsinhabern unerwünschte Werbung möglichst zu ersparen. Zu diesem Zweck hat der KDS – beziehungsweise der frühere Betreiber der KDS-Sperrliste, das ehemalige IT-Unternehmen Datacom (Schweiz) GmbH – ein onlinebasiertes EDV-Programm entwickeln lassen, das es akkreditierten Adressverlagen und werbetreibenden Unternehmen ermöglicht, eigene Datensätze verschlüsselt über das Internet abzugleichen, um Sperrlisten-Eintragsinhaber aus der je eigenen (Werbe-)Datenbank zu löschen. Die Verschlüsselung steht dabei im Vordergrund, denn die Datenverschlüsselung von Robinsonlisten hat einen tieferen Sinn. So heisst es dazu auf Wikipedia: «Sollte eine Robinsonliste öffentlich werden, etwa durch einen Fehler oder eine Indiskretion, könnte die Wirkung dem gewünschten Ziel direkt entgegengesetzt sein, und die gelisteten Adressen könnten gezielt zur Werbung benutzt werden. Diese Gefahr wird vermindert, indem alle Daten verschlüsselt abgelegt werden und nur über spezielle Abgleichprogramme genau die Einträge ausgeworfen werden, die bereits im Datenbestand des Abgleichers vorhanden sind und deaktiviert werden sollen.»

Neben der KDS-Sperrliste gibt es in der Schweiz auch andere Robinsonlisten, namentlich diejenigen des  Schweizer Dialogmarketing Verbands (SDV). Diese bieten allerdings nur die Möglichkeit sich vor adressierter Werbung und Tür-zu-Tür-Verkauf zu schützen, nicht aber vor unerwünschten Spam-Mails, Fax- und Telefonwerbung. Analog zu den SDV-Robinsonlisten erhalten Unternehmen ebenfalls ein Gütesiegel, wenn sie die KDS-Sperrliste berücksichtigen.

Die KDS-Sperrliste ist mehr als eine Robinsonliste

Erhöhte Wirksamkeit der KDS-Sperrliste erreichen Eintragsinhaber durch die Verifizierung einzelner sogenannter «Opt-Ins», d.h. Eintragsinhaber können für sich selber individuell festlegen, ob sie bestimmte Werbung weiterhin beibehalten möchten. Dabei bestimmt jeder für sich selber, welche Werbeinhalte (z.B. Thema: Reisen) über welchen Werbekanal (z.B. Post oder Telefon) einem erhalten bleiben soll. Gemäss den gängigen Selektionskriterien von Schweizer Adressagenturen stehen mehr als 40 Themenauswahl-Möglichkeiten zur Verfügung. Natürlich ist es aber auch möglich, jeglicher Werbung eine Absage zu erteilen bzw. diesen Wunsch entsprechend zu hinterlegen, denn in der Konfigurierung ihrer ganz persönlichen Sperrliste geniessen Eintragsinhaber vollkommene Flexibilität. Wir fordern Adressagenturen und werbetreibende Firmen schliesslich kontinuierlich dazu auf, die in der KDS-Sperrliste individuell hinterlegten Wünsche und Bedürfnisse einzuhalten.

Im Gegensatz zu den etablierten Robinsonlisten bietet die KDS-Sperrliste zudem nicht nur einen präventiven, sondern auch einen reaktiven Schutz. Wer nämlich über einen Eintrag in der KDS-Sperrliste verfügt, hat die Möglichkeit, unerwünschte Werbung fortwährend zu melden und zu veranlassen, dass durch Einreichen eines individuellen Datenlöschungsbegehrens die Löschung der persönlichen Daten bei aufsässigen Firmen rechtlich durchgesetzt wird. Diese sogenannte Beschwerdeführung steht jedoch nur KDS-Mitgliedern zur Verfügung.

Informationen für ehemalige Datacom-Kunden:

Auf der Grundlage Ihrer Anmeldung bei der Datacom (Schweiz) GmbH haben wir in Ihrem Benutzerkonto bisher nur eine einzige Einstellung vorgenommen («Ich wünsche keine Werbung über das Telefon»). Loggen Sie sich jetzt mit Ihrer Telefonnummer auf www.kregister.ch ein und passen Sie Ihren Eintrag auf Wunsch an, indem Sie weitere Details regeln (z.B. «Ich wünsche keine Werbung zum Thema Auto» usw.).

Die KDS-Sperrliste ist eigenständig

Bei der KDS-Sperrliste handelt es sich nicht um den sogenannten Sterneintrag, sondern um ein (mit dem Sterneintrag) nicht identisches aliud, wie auch juristisch festgestellt wurde. Der Sterneintrag meint den Vermerk im Telefonbuch; eine Werbesperre-Kennzeichnung, die seit der Revision des Bundesgesetzes über den unlauteren Wettbewerb (UWG) im April 2012 von Werbeanrufern von Gesetzes wegen berücksichtigt werden muss. Allerdings gilt er nicht für alle Arten von Werbeanrufen, denn Firmen bei denen jemand Kunde ist, dürfen Konsumenten auch weiterhin telefonisch kontaktieren und ihnen ein Angebot unterbreiten. Für die Veranlassung eines Sterneintrags wenden Sie sich am einfachsten an Ihren Telefonanbieter.

Werbetreibende Firmen, die einen verschlüsselten Adressabgleich mit der KDS-Sperrliste vornehmen möchten, können sich online auf www.werbeabgleich.ch registrieren. Als Vorbild für die Gestaltung unseres Firmen-Webportals diente die bekannte Website des I.D.I. Interessenverbands Deutsches Internet e.V. (www.robinsonabgleich.de).

Für die Eintragung in die KDS-Sperrliste gehen Sie folgt vor:

Schritt 1

Besuchen Sie unsere Website www.kregister.ch und eröffnen Sie ein Benutzerkonto.


Schritt 2

Anschliessend können Sie wählen, ob Sie grundsätzlich mit Werbung einverstanden sind oder einen generellen Verzicht von Werbung wünschen.


Schritt 3

Falls Sie grundsätzlich mit Werbung einverstanden sind, dann bestimmen Sie, über welche Kanäle Sie ein werbetreibendes Unternehmen kontaktieren darf.


Schritt 4

Geben Sie an, welche Themen Sie interessieren und Sie Werbung erlauben. Die Auswahl entspricht den Selektionskriterien von Schweizer Adressagenturen.

Fertig! Ihr Benutzerkonto wird mit Ihren Angaben gespeichert. Sie können Ihre Angaben jederzeit ändern, indem Sie sich erneut auf www.kregister.ch anmelden.


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Rufen Sie uns an und wir helfen Ihnen gerne weiter.

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